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Grundlagen der Initiative "Gütesiegel Individuelle Förderung"

Grundlage für die Ausschreibung des "Gütesiegel Individuelle Förderung" ist das Rahmenkonzept "Individuelle Förderung".  Es systematisiert die schulische Praxis über Handlungsfelder und Zielbereiche der individuellen Förderung und benennt grundlegende Merkmale der Arbeitsweisen individueller Förderung.

Schulen, die sich bewerben, können ihre Aktivitäten der individuellen Förderung diesen Handlungsfeldern und Zielbereichen zuordnen. Sie sind bereit, in allen Handlungsfeldern des Rahmenkonzepts eine Selbsteinschätzung zum Entwicklungsstand ihrer schulischen Praxis der individuellen Förderung zu geben. In zwei Feldern verfügt die Schule über ein besonderes Profil und kann auf eine gut entwickelte schulische Praxis individueller Förderung verweisen.

Es wird erwartet, dass Schulen, die das "Gütesiegel Individuelle Förderung" erhalten, anderen Schulen Einblick in ihre gelingende schulische Praxis gewähren und sich gegenseitig unterstützen.

Zur Selbstüberprüfung der Voraussetzungen stehen schulformspezifische Bewerbungsbögen als Druckversion zum Herunterladen zur Verfügung.

 

Erwartungshorizont in den Handlungsfeldern der individuellen Förderung

Handlungsfeld „Grundlagen schaffen - Beobachtungskompetenz stärken"

Schulen, die z. B. im Handlungsfeld „Grundlagen schaffen" einen Schwerpunkt in ihrer Praxis der individuellen Förderung setzen, praktizieren Förderung als Förderung grundlegender Qualifikationen (Sprachkompetenzen, Lese- und Rechtschreibkompetenzen, Lernkompetenzen). Basis ihrer Initiativen ist die Anwendung und Weiterentwicklung diagnostischer Verfahren und Instrumente. Alle Maßnahmen pädagogischer Diagnostik einschließlich der darauf bezogenen Lehrerfortbildung folgen dem Ziel, Lernausgangslage, Lernstand und Lernbedarf sowie besondere Begabungen oder auch Lernschwierigkeiten unter Berücksichtigung geschlechterspezifischer Unterschiede und Entwicklungsprozesse frühzeitig in den Blick zu bekommen und zur Grundlage von Förderung zu machen.

Handlungsfeld „Mit Vielfalt umgehen"

Schulen, die im Handlungsfeld „Mit Vielfalt umgehen - Stärken stärken" einen Schwerpunkt in ihrer Praxis der individuellen Förderung setzen, wenden Fördermaßnahmen und -konzepte auf der Grundlage einer Bestimmung von Lernstand und Lernbedarf an. Förderung zielt auf die Unterstützung individuellen Lernfortschritts durch Begleitung und Zuwendung zu einzelnen Schülerinnen und Schülern, im Kontext einer Lerngruppe, Klasse oder eines Kurses durch die Gestaltung schulischer Rahmenbedingungen für Förderung. Maßnahmen und Konzepte werden dementsprechend durch einzelne Fachkolleginnen / -kollegen, durch Initiativgruppen, Fachgruppen, Klassen- oder Jahrgangsstufenteams oder auf der Ebene der Schule umgesetzt.

Die Förderung konkretisiert sich in drei Bereichen: in der Realisierung innerer Differenzierung in fachlichem Lernen, in Formen äußerer Differenzierung und in Formen der Lernbegleitung und Beratung.

  • Im Rahmen innerer Differenzierung in fachlichem Lernen gibt es in der Schule oder in einzelnen Fachgruppen oder Jahrgangsteams verbindliche Vereinbarungen und Methodenentscheidungen, die Merkmale nachhaltigen Lernens umsetzen. Formen kooperativen Lernens und schüleraktivierender Lernformen sind Bestandteil des Fachunterrichts. Fachgruppen/Jahrgangsteams haben differenzierende Materialien erstellt. Sie unterstützen die einzelne Lehrerin bzw. den einzelnen Lehrer durch die Bereitstellung von Konzepten und Fördermaßnahmen, die bei typischen Verstehensschwierigkeiten in fachlichem Lernen weiter helfen. Auf der Basis eines gemeinsamen Verständnisses von Lernen und Lernförderung bildet die erwartete Lernentwicklung im jeweiligen Fach den zentralen Bezug für Maßnahmen der Förderung.
  • Maßnahmen und Konzepte äußerer Differenzierung sind konzeptionell gegründet und soweit möglich in einem geeigneten Organisationsrahmen so integriert, dass Fördermaßnahmen für unterschiedliche Zielgruppen ökonomisch und koordiniert angeboten werden. Neben der Realisierung von Selbstlernzentren oder Drehtürmodellen sind so auch parallel durchgeführte Formen leistungsdifferenzierender Förderung (Forder-Förderkurse) möglich oder die Bildung geschlechtshomogener Lerngruppen, die in entwicklungspsychologisch angezeigten Zeiträumen der Förderung der weiblichen bzw. männlichen Identitätsbildung dienen. Die Schule hat tutoriell betreute Förderangebote eingerichtet, die mit Hilfe Dritter in Schule (Eltern, Ausbilder) oder über entsprechend qualifizierte ältere Mitschülerinnen oder Mitschüler realisiert werden, die z. B. von Fachlehrern betreut werden. Teil der äußeren Differenzierung sind auch Projekte der Begabungsförderung, die mit Hilfe außerschulischer Partner realisiert werden.
  • Als Ergänzung und Unterstützung institutionalisierter Formen der Lernbegleitung und Beratung wie Sprechtage und Schülersprechstunden hat die Schule neben den Förderempfehlungen eine Reihe von Maßnahmen zur Rückmeldung zu Lernen und Leisten im Fach entwickelt, die die Schülerperspektiven mit einbeziehen und am Können der Schülerinnen und Schüler orientiert motivierend und ermunternd nächste Lernschritte aufzeigen.

Handlungsfeld „Übergänge und Lernbiografien bruchlos gestalten"

Schulen, die im Handlungsfeld „Übergänge begleiten - Lernbiografien bruchlos gestalten" einen Schwerpunkt in ihrer Praxis der individuellen Förderung setzen, haben für die Schnittstellen in ihrem Schulsystem Begleitungs- und Vorbereitungsprogramme entwickelt, in denen sie dazu beitragen, dass der Schul- und Schulformwechsel bzw. der Wechsel in Studium oder Berufsleben gelingt. Teil solcher Fördermaßnahmen ist zunächst die umfassende Information betroffener Schülerinnen und Schüler sowie der Eltern. Daneben gibt es mit abgebenden und aufnehmenden Schulen und Institutionen enge Kooperationen und Austausch. Schließlich entwickeln Schulen in diesem Feld Fördermaßnahmen und Programme, in denen Schülerinnen und Schüler, die wechseln oder gewechselt haben, begleitet und gecoacht werden.

Handlungsfeld „Wirksamkeit / Förderung über Strukturen sichern"

Schulen, die im Handlungsfeld „Wirksamkeit prüfen/ Förderung über Strukturen sichern" einen Schwerpunkt in ihrer Praxis der individuellen Förderung setzen, haben begonnen, systematisch Indikatoren zu beobachten, die die Wirksamkeit ihrer Förderung anzeigen. Neben der Dokumentation der individuellen Lernentwicklung geförderter Schülerinnen und Schüler beobachten und analysieren sie z. B. Zahlen von Nichtversetzungen, blauen Briefen, Förderempfehlungen und Vermittlungsquoten. Hierzu gibt es regelmäßig interne Berichte und Auswertungen. Die Schulen haben das Engagement von Kolleginnen und Kollegen abgesichert, indem sie feste Organisationsstrukturen und Verantwortlichkeiten geschaffen haben.  

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